Pflegeglossar

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A


Angehörige im Sinne des Pflegegesetzes
Das Pflegezeitgesetz regelt den Anspruch auf Arbeitsbefreiung und Kündigungsschutz während der Pflegezeit (bis zu 6 Monate). Danach gehören zu den "nahen Angehörigen" die Eltern, Großeltern, Schwiegereltern, Ehepartner, Lebenspartner, Geschwister, (Adoptiv-)Kinder, Pflegekinder, Kinder des Ehe-/Lebenspartners und Enkelkinder.

 

Ambulante Pflege
Als häusliche Pflege wird die Versorgung pflegebedürftiger Menschen in ihrem eigenen Zuhause bezeichnet. Sie ermöglicht es den Pflegebedürftigen, in ihrem häuslichen und familiären Umfeld zu bleiben. Die häusliche Pflege wird sowohl von professionellen Pflegekräften als auch von Familienangehörigen oder anderen Personen aus dem sozialen Umweld ohne pflegerische Ausbildung geleistet. In der Pflegeversicherung richtet sich der Umfang der Pflegeleistungen nach dem jeweiligen Pflegegrad.

 

B

Basale Stimulation
Die "Basale Stimulation" soll Menschen helfen, deren Bewegungs-, Wahrnehmungs- und Kommunikationsfähigkeiten beeinträchtigt oder verloren gegangen sind. Mithilfe von einfachen Sinnesreizungen wird dabei versucht, Kontakt mit dem Patienten aufzunehmen. So soll ihnen der Zugang zu ihrer Umgebung und den Mitmenschen ermöglicht werden.

 

Beatmung
Die "künstliche" Beatmung unterstützt die unzureichende oder nicht vorhandene Spontanatmung. Aufgrund ihrer lebenserhaltenden Funktion ist sie zentraler Bestandteil der Notfall- bzw. Intensivmedizin. Abhängig vom jeweiligen Gesundheitszustand des Patienten kann die künstliche Beatmung über Monate hinweg fortgeführt werden.

 

Begutachtungsrichtlinien
In Deutschland erfolgt die Pflegeeinstufung nach festgelegten Maßstäben. Der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V. (MDS) hat verbindliche "Richtlinien zur Begutachtung von Pflegebedürftigkeit nach dem XI. Buch des Sozialgesetzbuches (BRi)" entwickelt. Diese Begutachtung bildet die Grundlage für jede Pflegeeinstufung.

 

Behandlungspflege
Die Behandlungspflege geht über die Maßnahmen der Grundpflege hinaus. Sie umfasst ärztliche Tätigkeiten, die an Pflegekräfte delegiert werden und dazu dienen, Beschwerden oder Krankheiten zu lindern bzw. deren Verschlimmern zu vermeiden. Dazu gehören z. B. die Messung von Blutdruck/Blutzucker, die Verabreichung von Medikamenten oder die Versorgung von Sonden und Kathetern.

Wichtig: Die Behandlungspflege kann nicht beantragt werden, sondern muss bei medizinischer Notwendigkeit vom Arzt verordnet werden.

 

Betreuungsrecht
Wenn ein volljähriger Patient aufgrund einer psychischen oder physischen Erkrankung nicht mehr in der Lage ist, seine Angelegenheiten (z. B. Finanzen) selbst zu organisieren, bestimmt das zuständige Vormundschaftsgericht einen Betreuer. Dieser wird meist in einer vorab verfassten Betreuungsvollmacht festgelegt.

 

Betreuungsvollmacht
Die Betreuungsvollmacht wird auch Betreuungsverfügung genannt. In dieser wird eine Person bestimmt, die im Fall einer notwendigen Betreuung beim Vormundschaftsgericht als Betreuer abgestellt werden soll.

 

Bettlägerigkeit
Der Begriff Bettlägerigkeit beschreibt, dass eine Person das Bett nicht verlassen kann, da sie weder gehen, stehen, noch sitzen kann. Erfolgt keine ausreichende Mobilisation, kann es zu Muskelverkürzungen, Kreislaufproblemen oder Dekubitus kommen.

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D

Dekubitus
Dekubitus (lat. decubare = liegen, ugs. "sich wund liegen") ist der Fachbegriff für ein Geschwür. Dieses entsteht bei lang anhaltender Druckeinwirkung, weshalb vor allem bettlägerige Patienten darunter leiden. Die Haut sowie das Gewebe im Bereich der Druckstelle sind stark geschädigt.

 

Demenz
Der Ausdruck Demenz (lat. dementia = geistlos) beschreibt ein Defizit in kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten. Meist geht die Demenz mit einer Erkrankung des Gehirns einher und ist die Folge einer Alzheimer-Krankheit. Charakteristisch für die Demenz sind Beeinträchtigungen des Kurzzeitgedächtnisses, des Denkvermögens sowie in der Sprache und Motorik. Häufig ist Demenz eine Ursache für Pflegebedürftigkeit.

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E

Enterale Ernährung
Bei Patienten, die nichts essen können oder dürfen (z. B. bei bestimmten Erkrankungen oder nach einer Operation) kommt die enterale Ernährung zum Einsatz. Sie ist eine Form der künstlichen Ernährung. Die Nahrung bzw. die Nährstofflösung wird dem Patienten mithilfe einer Magensonde zugeführt, die über Nase/Rachen in den Verdauungstrakt oder via Sonde direkt in die Bauchdecke führt.

 

Ergotherapie
Ob sensomotorische Fähigkeiten oder neuropsychologische Defizite - die Ergotherapie hilft bei der Wiederherstellung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit im Rahmen der medizinischen Rehabilitation. Im weitesten Sinne schließt sie die Lücke zwischen Psycho- und Physiotherapie.

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F

Fistel
Eine Fistel ist eine nicht natürlich bestehende Verbindung zwischen einem inneren Hohlorgan und einem anderen Organ oder der Körperoberfläche. Es wird zwischen inneren (z. B. Magen-Dickdarm) und äußeren (z. B. Darm-Haut) Fisteln unterschieden. Sie können aus eine chronischen oder akuten Entzündung oder durch Einwirkungen von außen entstehen (z. B. Unfall oder Geburt).

 

Fisteldrainage
Bei einer Fisteldrainage wird ein ca. 2 mm dicker und weicher Silikonfaden durch die Fistel gezogen. Entlang der Drainage kann Sekret abfließen und eine erneute Eiteransammlung wird vermieden. Durch diese Maßnahme kann eine Operation erfolgen, in der die Fistel beseitigt wird.

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G

Geriatrie
Die Geriatrie, auch Altersheilkunde, beschäftigt sich mit der Vorbeugung, Erkennung und Behandlung von typischen Erkrankungen und gesundheitlichen Beschwerden alter Menschen.

 

Grundpflege
Bei der Grundpflege geht es um die pflegerische Unterstützung bei alltäglichen und lebensnotwendigen Dingen (Nahrungsaufnahme, Körperpflege, Mobilisation, Toilettengänge usw.). Nicht dazu gehören die hauswirtschaftliche Versorgung (Kochen oder Putzen) sowie ärztliche Tätigkeiten (Verabreichung von Medikamenten).

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H

Häusliche Altenpflege
Die Altenpflege beinhaltet die professionelle Betreuung, Pflege und Begleitung alter Personen, die ihren Alltag nicht mehr alleine bewältigen können. Sie setzt sich zusammen aus der Grundpflege, der Behandlungspflege sowie der hauswirtschaftlichen Versorgung. Im Gegensatz zur häuslichen Krankenpflege geht es bei der Altenpflege verstärkt um psychosoziale Komponenten. Ziel ist es, die Eigenständigkeit der pflegebedürftigen Person so lange wie möglich zu erhalten.

 

Häusliche Intensivpflege
Die Versorgung von schwerstpflegebedürftigen Menschen mit lebensbedrohlichen Erkrankungen außerhalb einer Klinik steht im Mittelpunkt der häuslichen Intensivpflege. Die Patienten werden im eigenen Zuhause, einer betreuten Wohngemeinschaft oder in einer stationären Pflegeeinrichtung von examinierten Pflegefachkräften betreut. Die Versorgung kann bei Bedarf rund um die Uhr erfolgen.

 

Häusliche Krankenpflege
Ziele der häuslichen Krankenpflege: die Vermeidung oder Verkürzung eines Krankenhausaufenthalts (Krankenhausvermeidungspflege) oder die Sicherung der ärztlichen Behandlung (Sicherungspflege). Die häusliche Krankenpflege setzt sich aus der Grundpflege, der Behandlungspflege und der hauswirtschaftlichen Versorgung zusammen.

 

Hausnotruf
In Notfällen ist schnelle Hilfe wichtig. Als Hausnotruf bezeichnet man ein auf der Telefontechnik basierendes System, das ältere Menschen oder pflegebedürftige Menschen nutzen können, um Hilfe zu rufen. Sie führen einen tragbaren Notrufsender (z. B. am Handgelenk oder um den Hals) mit sich, der sich per Knopfdruck mit einem vorher festgelegten Telefonanschluss verbindet.

 

Hauswirtschaftliche Pflege
Ob plötzliche Krankheit oder körperliche Beeinträchtigung - viele pflegebedürftige Menschen benötigen Unterstützung im Haushalt. Putzen, Wäsche waschen oder Einkaufen - die Haushaltsführung umfasst viele Aufgaben, die pflegebedürftige Personen nur noch unter großer Anstrengung oder gar nicht bewältigen können. Die Lösung: die hauswirtschaftliche Pflege. Diese ist ein Teilbereich der häuslichen Pflege und wird, wie die Grundpflege, über das Sozialgesetzbuch (SGB XI) geregelt. Leistungsträger ist die Pflegekasse.

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I

Inkontinenz
Wenn Stuhl oder Urin nicht mehr bis zum Erreichen einer Toilette zurückgehalten werden können, spricht man von Inkontinenz. Ursache dafür sind Erkrankungen, aber auch Bewegungsunfähigkeit oder geistige Verwirrtheit.

 

Invasive Beatmung
Die invasive mechanische Beatmung kann Patienten mit Atemstörungen das Leben retten. Hierbei wird der Patient über eine Trachealkanüle, die durch den Hals direkt in die Luftröhre führt, beatmet.

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K

Katheter
Ein Katheter ist ein starres oder flexibles Instrument, das zu diagnostischen oder therapeutischen Zwecken in Hohlorgane oder Körperhöhlen eingebracht werden kann. Ein Blasenkatheter wird beispielsweise in die Harnblase eingeführt und für die passive Urinentleerung verwendet.

 

Koma
Der Begriff Koma stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie "tiefer Schlaf". Ein Koma ist somit die schwerste Form einer Bewusstseinsstörung. Es gibt zahlreiche Gründe, warum Menschen ins Koma fallen: Hirnblutungen durch einen Schlaganfall, Schädel-Hirn-Traumata oder Folgeschäden, die nach einem Unfall auftreten.

 

Kurzzeitpflege
Es gibt einige Situationen, in denen eine pflegebedürftige Person nicht zuhause versorgt werden kann: z. B. ist der pflegende Angehörige selbst erkrankt oder möchte verreisen. Für diesen Fall gibt es die Möglichkeit der Kurzzeitpflege. Diese ist auf eine Dauer von 56 Tagen im Jahr beschränkt. Für diesen Zeitraum übernehmen die Pflegekassen die Kosten einer stationären Unterbringung. Der Pauschalbetrag liegt bei 1.612 Euro. Anspruch auf die Kurzzeitpflege haben Pflegebedürftige mit anerkanntem Pflegegrad 2 bis 5. Im Gegensart zu der Verhinderungspflege ist die Kurzzeitpflege jedoch nicht im engeren Zeitraum möglich.

Tipp: Melden Sie Ihren Angehörigen rechtzeitig in einer Kurzzeitpflege-Einrichtung an, wenn Sie z. B. während der Schulferien verreisen möchten. Gerade dann sind die Plätze besonders gefragt.

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L

Logopädie
Die Logopädie beschäftigt sich mit der Prävention, Beratung, Diagnostik, Therapie und Rehabilitation rund um das Thema Stimm- und Sprachvermögen

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M

MDK - Medizinischer Dienst der Krankenkassen
Der MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) ist der sozialmedizinische Beratungs- und Begutachtungsdienst der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Zu den Aufgaben des MDK gehören die Überprüfung der Pflegebedürftigkeit bei gesetzlich Versicherten, die einen entsprechenden Antrag stellen, sowie die anschließende Festlegung des Pflegegrades. Außerdem kontrolliert der MDK in Pflegeeinrichtungen die Einhaltung von Qualitätsstandards.

Bei privat Pflegeversicherten überprüft die Firma Medicproof, ein Tochterunternehmen des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV), den Leistungsanspruch auf Pflegebedürftigkeit.

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N

Nachtpflege
Ambulante Pflegedienste und Pflegeheime bieten für Pflegebedürftige, die zuhause leben und versorgt werden, die sogenannte Nachtpflege an. Hierbei geht es darum, pflegerische Leistungen wie die Grund- oder Krankenpflege auch in der Nacht fortzusetzen, wenn es der Gesundheitszustand des Pflegebedürftigen erfordert. Die Nachtpflege erhält die gleichen Leistungen wie die Tagespflege mit dem einzigen Unterschied der Betreuungszeiten. Besonders wichtig ist dieses Angebot für pflegende Angehörige, die ein Familienmitglied mit Demenz betreuen. Je weiter die Krankheit voranschreitet, desto lückenloser muss die Betreuung sein. Denn: Menchen mit Demenz neigen häufig dazu, einfach wegzulaufen oder sich und andere Mitmenschen in Gefahr zu bringen. Da niemand eine 24-Stunden-Betreuung alleine leisten kann, ohne selbst krank zu werden, ist die Nachtpflege eine enorme Entlastung für pflegende Angehörige. Mithilfe der Nachtpflege können sie sich von ihrem Tag erholen und entspannter schlafen. 

 

Nicht-invasive Beatmung (NIV)
Die nicht-invasive Beatmung unterstützt die Atmung des Patienten (z. B. mit einer Maske), ohne dass eine Intubation oder eine Tracheotonomie erforderlich ist.

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O

Osteoporose
Im Alter tritt häufig Osteoporose auf. Die Krankheit macht Knochen für Frakturen anfälliger und ist gekennzeichnet durch eine Abnahme der Knochendichte.

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P

Palliativmedizin
Leidet ein Patient an einer unheilbaren und tödlichen Krankheit, wird die Palliativmedizin eingesetzt. Hierbei geht es nicht um die Lebensverlängerung um jeden Preis. Die Lebensqualität, also individuelle Wünsche, Ziele und das Befinden des Patienten, stehen im Vordergrund der Behandlung.


Patientenverfügung
In einer Patientenverfügung wird schriftlich festgehalten, welche medizinischen Eingriffe im Falle einer tödlichen Erkrankung oder bei Verlust der eigenen Zurechnungsfähigkeit durchgeführt werden dürfen oder zu unterlassen sind.

Tipp: Lassen Sie Patientenverfügungen am besten von einem Notar beglaubigen.

 

Pflege
Die Pflege umfasst grundsätzlich alle Maßnahmen, die dazu dienen, Hilfsbedürftige zu versorgen. Ob körperliche oder geistige Beeinträchtigung - pflegerische Betreuung wird notwendig, wenn die Selbstversorgung im täglichen Leben nicht mehr gewährleistet ist. Ziel der Pflege ist, die Selbstständigkeit jedes Einzelnen so lange wie möglich zu erhalten.

 

Pflegebedürftigkeit
Pflegebedürftig sind Personen, die gesundheitlich bedingte Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten aufweisen und deshalb der Hilfe durch andere bedürfen. Es muss sich um Personen handeln, die körperliche, kognitive oder psychische Beeinträchtigungen oder gesundheitlich bedingte Belastungen oder Anforderungen nicht selbstständig kompensieren oder bewältigen können (§14 SGB XI).

Der Pflegebedürftigkeitsbegriff legt fest, wer Anspruch auf Leistungen der Pflegeversicherung hat.

 

Pflegeberatung
Die Angehörigen von pflegebedürftigen Menschen, z. B. Kinder oder Ehepartner, scheuen sich oft davor, fremde Hilfe für die Pflege ihrer Liebsten in Anspruch zu nehmen. Häufig führt die Belastung durch den eigenen Alltag und die zusätzliche Pflege jedoch zu hohen psychischen und physischen Belastungen. Damit die Fürsorge nicht in Überforderung endet, gibt es zahlreiche Anlaufstellen für eine umfassende Beratung.

 

Pflegegeld
Das Pflegegeld ist eine Leistung der sozialen Pflegeversicherung (§37 SGB XI). Es handelt sich um eine Geldleistung, mit der die Eigenverantwortlichkeit und Selbstbestimmung des Pflegebedürftigen gestärkt werden sollen. Pflegehilfen können so individuell gestaltet werden. Mit dem Pflegegeld kann ein Pflegebedürftiger seinen Pflegepersonen (Angehörigen, Freunden oder Bekannten) eine materielle Anerkennung zukommen lassen. Beratungsbesuche von Pflegefachkräften sollen dieses Angebot unterstützen, um sicherzustellen, dass der Versicherte angemessen versorgt wird.

Pflegebedürftige Personen, bei denen mindestens Pflegegrad 2 bestätigt wurde und die in häuslicher Umgebung gepflegt werden.

 

Pflegegrad
Pflegebedürftige Personen erhalten nach der Schwere der Beeinträchtigung der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten einen Grad der Pflegebedürftigkeit. Seit dem 01.01.2017 erfolgt die Einstufung der Bedürfnisse von pflegebedürftigen Personen nicht mehr in einer Pflegestufe, sondern in fünf Pflegegraden.

Pflegegrad 1: geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
Pflegegrad 2: erhebliche Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit
Pflegegrad 3: schwere Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit
Pflegegrad 4: schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten
Pflegegrad 5: schwerste Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung

 

Pflegehilfsmittel
Bei Pflegehilfsmitteln handelt es sich z. B. um Rollstühle, Toilettenstühle oder Rollatoren. Versicherte haben Anspruch auf diese Hilfsmittel, wenn sie vom Gutachter des MDK (Medizinischer Dienst der Krankenversicherung) befürwortet wurden.

 

Pflegekasse
Egal, ob Krankenkassen- oder Privatpatient - jeder Mensch, der in Deutschland krankenversichert ist, ist auch gleichzeitig pflegeversichert und hat ein Anrecht auf Leistungen der Pflegekassen. Die Pflegekassen sind den Krankenkassen angeschlossen. Pflegekurse für Pflegende Die Pflegekassen bieten verschiedene Pflegekurse für ehrenamtlich Pflegende oder pflegende Angehörige an. So sollen Pflegeleistungen professioneller und zeitsparender erbracht werden können. Die Pflegeversicherung übernimmt die Kurskosten.

 

Pflegesachleistungen
Neben dem Pflegegeld gibt es die sogenannten Pflegesachleistungen. Diese sind für den Einsatz von ambulanten Pflegediensten gedacht. Ambulante Pflegedienste rechnen ihre erbrachten Leistungen direkt mit den Krankenkassen bzw. dem Kostenträger ab.

 

Pleuradrainage
Eine Pleuradrainage, auch Thoraxdrainage, ist ein System mit dem Luft oder verschiedene Flüssigkeiten, die sich vermehrt in Brustkorbhöhlen angesammelt haben, nach außen abgeleitet werden. Häufig wird sie im Bereich der Pleurahöhle angewendet, die den Spalt zwischen Brust- und Rippenfell darstellt.

 

Physiotherapie
Im Rahmen der Physiotherapie werden eingeschränkte Körperfunktionen reaktiviert, mit dem Ziel, die uneingeschränkte Bewegungsfreiheit wiederherzustellen.

 

Port-System
Unter einem Port-System versteht man ein ins Unterhautfettgewebe (subkutan) implantiertes Kathetersystem. Dieses kann von außen (durch die Haut) punktiert werden und einen dauerhaften Zugang zum arteriellen oder venösen Gefäßsystem oder zu bestimmten Körperhöhlen (z. B. Bauchhöhle) bieten. Ein Port-System ermöglicht unter anderem eine schonende Verabreichung von Infusionen (z. B. Chemotherapeutika bei Krebspatienten).

 

Psychotherapie
Der Sammelbegriff für alle Formen psychologischer Verfahren ist die Psychotherapie. Diese kommt weitestgehend ohne den Einsatz medikamentöser Mittel aus, es geht um die Behandlung seelischer Krankheiten.

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Q

Qualitätssicherungspflege
Bei pflegende Angehörigen, die Leistungen aus der Pflegeversicherung beziehen, erwartet die Pflegekasse, dass sie sich regelmäßig fachlich beraten lassen, z. B. von einem ambulanten Pflegedienst. Diese Beratungsbesuche werden "Qualitätssicherungspflege" genannt und dienen dazu, der Pflegekasse eine angemessene Versorgung des Patienten zu bestätigen.
In welchen Abständen muss die fachliche Beratung im Rahmen der Qualitätssicherungspflege erfolgen?

Pflegegrad 1: grundsätzlich möglich, aber nicht zwingend erforderlich
Pflegegrad 2: alle 6 Monate
Pflegegrad 3: alle 6 Monate
Pflegegrad 4: alle 3 Monate
Pflegegrad 5: alle 3 Monate

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S

Stationäre Pflege
Im Gegensatz zur häuslichen Pflege verbringt der Patient bei der stationären Pflege 24 Stunden am Stück in einer medizinischen Versorgungseinrichtung (z. B. Krankenhaus oder Pflegeheim).

 

Stoma (Plural: Stomata)
Das Wort "Stoma" kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie "Mund" bzw. "Öffnung". Gemeint ist hier die künstlich geschaffene Verbindung zwischen einem Hohlorgan und der Haut. In der Medizin gibt es verschiedene Stomaanlagen: vom Magen (Gastrotomie), von der Luftröhre (Tracheostomie) und vom Darm (Darmstomata).

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T

Tagespflege
Pflegebedürftige Menschen, z. B. Demenzkranke, können tagsüber oder stundenweise in einer speziellen Einrichtung betreut werden. Dies ist für (berufstätige) Angehörige, die sich sonst um die Person kümmern, eine enorme Entlastung. In der Regel übernimmt die Pflegekasse die Kosten.

 

Testament
Ein Testament ist die schriftliche Erklärung, in der eine Person festlegt, was mit ihrem Besitz nach ihrem Tod geschehen soll. Durch das Aufsetzen eines Testaments kann der Erblasser die Verteilung seines Vermögens festlegen und der Eintritt der gesetzlichen Erbfolge wird abgeschlossen.

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V

Verhinderungspflege
Im Gegensatz zur Kurzzeitpflege wird die Verhinderungspflege zuhause geleistet. Pflegende Angehörige werden durch eine Ersatzperson (z. B. Angehörige, Bekannte oder professionelle Pflegekräfte) vertreten, die entweder tage- oder stundenweise angefordert werden kann. Die Verhinderungspflege wird bis zu 6 Wochen im Jahr mit einem Pauschalbeitrag von 1.612 Euro bezuschusst. Das gilt allerdings nur, wenn der Pflegende, der vertreten werden soll, davor bereits 6 Monate im Einsatz war. 

Tipp: Kombinieren Sie Kurzzeit- und Verhinderungspflege! Lassen Sie sich in einem persönlichen Pflegeberatungsgespräch genau erklären, wann welche Variante für Sie und Ihr pflegebedürftiges Familienmitglied am besten geeignet ist.

 

Vorsorgevollmacht
Wenn man selbst nicht mehr in der Lage ist, eigene Angelegenheiten zu regeln (z. B. aufgrund von Demenz oder nach einem Schlaganfall), greift die sogenannte Vorsorgevollmacht. In dieser wird festgelegt, welche Personen z. B. Bankgeschäfte regeln dürfen.

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